Neue Richtlinie zu zahnärztlichen Festschüssen

Der gemeinsame Bundesauschuss hat am 14.11.2013 eine Änderung der Festzuschuss Richtlinie zur zahntechnischen Regelversorgung beschlossen. In diesem Ausschuss sind Organisationen wie der Verband deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Bundesbeauftragte für Datenschutz, einschlägige wissenschaftliche Fachgesellschaften, Spitzenorganisationen von Medizinprodukteherstellern und betroffene Medizinproduktehersteller sowie weitere Organisationen.

Vorsicht bei bestimmten Zahntarifen…

Bei den meisten Änderungen an der Richtlinie handelt es sich im Details bei den einzelnen zahntechnischen Behandlungen. Im wesentlichen wurden viele Begrifflichkeiten vereinfacht und zusammengefasst, teils wurden aber auch Einschränkungen vorgenommen. Diese Richtlinie ist für Laien fast unverständlich zu lesen. Sie ist jedoch sehr zentral, da sie die Zuschüsse der gesetzlichen Krankenkasse zu Ihren Zahnersatz Maßnahmen regelt.

Die Änderungen können sich auf die Erstattungen einiger Zahnzusatzversicherungen auswirken:

Eine Änderung an diesen Regelungen kann sich sogar auf Ihre private Zahnzusatzversicherung auswirken. Wann kann dieser Fall eintreten? Es gibt Tarife zur privaten Zusatzversicherung zahntechnischer und zahnmedizinischer Kosten, welche sich an den erstattungsfähigen Leistungen der GKV orientieren und jeweils nur die Lücke zwischen tatsächlichen Kosten und gesetzlichem Festzuschuss decken.

Wird in diesem Falle durch einen Änderungsbeschluss an der Richtlinie zur zahntechnischen Regelversorgung eine Leistung für die zukünftige Erstattung ausgeklammert, wird eine solche private Zahnzusatzversicherung für die entsprechende Leistung die Rechnung nicht mehr übernehmen. Hier ist also Vorsicht geboten.

Für Sie ist die Änderung an der Richtlinie also vor allem aus einem Grund wichtig:

  1. Haben Sie eine Zahnzusatzversicherung, die sich am Leistungskatalog der erstattungsfähigen Leistungen der GKV orientiert?
  2. Wenn ja, planen Sie zukünftig eine Behandlung, die von bald kommenden oder bereits eingetretenen Änderungen an der Richtlinie betroffen ist, und welche dann nicht mehr von Ihrer Zahnversicherung erstattet wird?

Über diese beiden Fragen sollten Sie also mit Ihrem Zahnarzt und Zahnlabor sprechen. Lassen Sie vor Behandlungsbeginn von Zahnlabor und Zahnarzt einen Kostenvoranschlag erstellen und senden Sie diesen an Ihre Zahnzusatzversicherung. Erst wenn diese Ihnen die Erstattung schriftlich genehmigt hat zum geplanten Zeitpunkt treten Sie die Behandlung an. So können Sie sich wirkungsvoll vor Ausweichmanövern der Versicherer schützen. Von solchen Taktiken hören wir nicht oft, aber ab und an kommt es uns leider zu Ohren, dass schwarze Schafe unter den Versicherern solche Tricks anwenden.

Alle Änderungen finden Sie übrigens in einem PDF-Dokument des gemeinsamen Bundesauschusses. Hier können sie die Datei zu den Änderungen an der Richtlinie rund um die Festzuschüsse zur zahntechnischen Regelversorgung aufrufen. Rufen Sie dazu www.kzbv.de auf und suchen Sie mit der Suchfunktion nach „Festzuschuss PDF“.