Häufige Zahnbehandlungen und deren Kosten

Informieren Sie sich hier über Zahnbehandlungen und deren Kosten

Die Leistungen, welche von den marktüblichen Zahnzusatzversicherungen versichert werden, sind in drei große Kategorien eingeteilt: Zahnbehandlungen, Zahnersatz und kieferorthopädische Behandlungen.

Für jede dieser Kategorien haben die meisten Versicherer jeweils einen Abschnitt in Ihren Versicherungsbedingungen, in dem die Maximalsätze zur Erstattung, die Leistungsstaffeln und Summenbegrenzung sowie weitere Tarifdetails beschrieben werden. Daher ist es wichtig zu wissen, welche medizinischen Maßnahmen in jeder dieser drei Kategorien üblich sind und was diese kosten.

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die acht häufigsten Behandlungen im Detail vor und geben Ihnen zudem Beispiele, mit welchen Kosten diese Zahnbehandlungen verbunden sind. Möchten Sie sich über den Leistungsumfang einzelner Tarife im Bereich Zahnbehandlung informieren, nutzen Sie bitte unseren Rechner (Klick auf den grünen Button).

Professionelle Zahnreinigung (PZR) – ohne Kosten

Die professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, zählt zur zahnmedizinischen Prophylaxe. Eine PZR ist eine sehr gründliche Reinigung des Zahnapparates und Mundraumes durch den Zahnarzt. Dabei werden die Flächen der Zähne, die Zahnzwischenräume und die Mundhöhle mechanisch gesäubert, um Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.

Im Vergleich zum Zähne putzen wird bei der PZR durch den Zahnarzt eine deutlich stärkere Reinigung erzielt. Sinnvoll ist es, diese prophylaktische Zahnbehandlung ca. zweimal im Jahr durchzuführen. Die Kosten für die professionelle Zahnreinigung werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse getragen, jedoch erstatten viele Zahnzusatzversicherungen die Kosten für diese Zahnbehandlung bis zu 100% und teils sogar mehrfach im Jahr. Somit können Sie sich mit der PZR einen Teil Ihrer Beiträge von der Versicherung „zurückholen“. Bitte beachten Sie, dass eine PZR nicht gleichzusetzen ist mit einem Bleaching.

Wurzelbehandlung – unangenehm aber wichtig

Starker Kariesbefall oder andere Einflüsse wie falsche Füllmaterialien, zu große Hitze durch Bohren und ein Anbohren des Zahnmarks durch den Zahnarzt können zu einer Entzündung des Marks im Zahnwurzel-Kanal führen. Im Wurzelkanal des Zahnes schwillt dann das Gewebe an und drückt auf den Zahnnerv unter dem Zahn. Dies verursacht sehr starke Zahnschmerzen. Ein Ignorieren dieser Schmerzen ist nicht anzuraten, denn es kann passieren, dass die Zahnwurzel vereitert und der Bakterienbefall sich auf den Kieferknochen ausbreitet. Die Bakterien können dann aus dem Kiefer über die Blutbahn sogar andere Organe befallen und zu empfindlichen Krankheiten an Herz, Lunge oder Leber des Patienten führen.

Bei der Wurzelbehandlung wird der den Zahn ernährende Wurzelkanal mit flexiblen Feilen vom entzündeten Zahnmark  befreit und desinfiziert. Danach erfolgt ein provisorischer Verschluss für ca. 6 Wochen. Erst wenn sich der Zahn beruhigt hat und eine Entzündung unter dem Zahn ausgeschlossen werden kann, wird der Wurzelkanal richtig und dauerhaft versiegelt. Eine spätere Überkronung des Zahnes wird in der Regel angeraten und zählt dann zu den Zahnersatz Maßnahmen.

Eine Wurzelbehandlung wird von der gesetzlichen Krankenkasse nur unter bestimmten Voraussetzungen getragen. Ist dies nicht der Fall, schützt Sie nur noch eine private Zusatzversicherung vor den hohen Kosten dieser aufwendigen zahnmedizinischen Prozedur.

Knirscherschiene – Aufbiss-Schiene für Zahnschutz

Eine Fehlstellung des Kiefers, Verspannungen oder Hüftfehlstellungen sowie psychische Ursachen wie Stress können zu nächtlichem Knirschen oder Pressen führen. Dabei wird unbewusst und meist Nachts mit den Zahnflächen aufeinander gebissen bzw. mit den Zähnen aufeinander gemahlen. Diesen Vorgang bezeichnet man in der Zahnmedizin als Bruxismus. Bruxismus führt zu einer überdurchschnittlichen Abnutzung (Abrasion) der Zahnflächen. Zudem kann in Begleitung mit einer länger andauernden Kieferfehlstellung eine Nieschenbildung zwischen den Zähnen stattfinden, welche wiederum Karies begünstigt.

Die Behandlung erfolgt durch eine so genannte Knirscherschiene. Dazu wird zunächst ein Abdruck vom Gebiss genommen, mit welchem ein Modell des Gebisses aus Gips erstellt wird. Auf diesem Modell wird unter großer Hitze eine spezielle, sehr harte Kunststofffolie aufgelegt und in Form des Gebisses gebracht. Im nächsten Schritt wird diese Schiene aus Kunststoff von einem Zahntechniker so nachgearbeitet, dass eine Korrektur der Kieferfehlstellung bei Tragen der Aufbiss-Schiene erfolgt. Im Vergleich zur Zahnspange ist der kieferorthopädische Effekt der Knirscherschiene nicht zweifelsfrei bewiesen, auf jeden Fall aber schützt die Schiene die Zahnflächen vor den Folgen (nächtlichen) Zahnknirschens.

Nehmen Sie Zahnknirschen ernst, denn meist ist es eine Ausdrucksform anderer gesundheitlicher Probleme wie Stress, Anspannung, Kieferfehlstellungen und so weiter. Aufgrund der vielfältigen Ursachen werden neben der rein symptomatischen  Behandlung mit der Schiene auch Therapien empfohlen, welche die Ursachen beseitigen – dazu zählen Zahnspange, Physiotherapie, Entspannungstechniken und Haltungsübungen. Auch ein Knacken im Kiefer (Gelenk) sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt besprechen.

Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) kommt nur für Knirscherschienen auf, welche die Zahnflächen vor den Folgen des Zahnknirschens schützen. Die teure Funktionsanalyse des Kiefers für die Feststellung einer Kieferfehlstellung sowie die dazu notwendige stabilisierende bzw. therapeutisch wirkende Schiene wird von der GKV nicht mehr bezahlt. Hier lohnt sich schnell eine Zusatzversicherung, denn Knirscher- bzw. Aufbiss-Schienen zählen als Zahnbehandlung und werden meist mit bis zu 100% der Kosten erstattet.

Kieferorthopädie – ein eigenes Feld

Kieferorthopädische Leistungen zählen nicht zur Zahnbehandlung und werden nach anderen Sätzen erstattet. Manche Tarife erstatten auch keinerlei Kosten für KFO Leistungen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kunststofffüllungen – hochwertig und sinnvoll

Kleinere Kariesschäden werden vom Zahnarzt in der Regel mit Füllungen behoben. Der Zahn wird dazu ausgeschliffen und vom Karies befreit. Danach wird das entstandene und gesäuberte Loch mit einer Füllung verschlossen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt rund 30 EUR pro Füllung, denn dies entspricht den Kosten, die bei einer Amalgamfüllung angefallen wären. Amalgam gehört zu den günstigsten Füllmaterialien und es wird oft diskutiert, ob dieses Material gesundheitlich wirklich unbedenklich ist.

Daher empfehlen wir ganz klar Kunststofffüllungen aus hochwertigen Materialien. Diese werden noch nicht zum Zahnersatz gerechnet und von vielen Zahnzusatzversicherungen zu 100% übernommen.  Die Kosten für eine gut eingebrachte und hochwertige Kunststofffüllung summieren sich schnell auf 100 bis 200 EUR auf. Damit bekommt der Patient dann aber auch eine gesunde und zuverlässige Füllung. Wird das Loch im Zahn zu groß, fällt die Behandlung in den Bereich des Zahnersatz – bei großen Kariesschäden empfehlen die Zahnärzte dann Kronen oder Inlays. Abhängig von Qualität und Material wird für so eine Zahnersatz-Leistung schnell eine hohe Rechnung fällig.

Parodontitis Behandlung – schützt den Kiefer

Eine Entzündung des Zahnbettes wird als Parodontitis bezeichnet und geht zumeist vom Zahnfleisch aus. Der damit verbundene Prozess des Zahnfleischschwundes nennt sich Parodontose. Ursache einer Zahnfleischentzündung ist fast immer mangelnde Mundhygiene. Jedoch gibt es weitere Faktoren wie zum Beispiel eine Schwangerschaft, häufige Mundatmung, Tabakkonsum, Diabetes Mellitus oder Vitaminmangel, die ursächlich oder zumindest begünstigend wirken können. Bei einer fortgeschrittenen Parodontitis droht Ihnen der Verlust von Zähnen, da diese im entzündeten Zahnbett (bakteriell bedingter Abbau der Knochensubstanz des Kiefers) irgendwann nicht mehr genügend Halt haben und ausfallen.

Die Behandlung von Parodontose besteht im Wesentlichen aus einer regelmäßigen professionellen Zahnreinigung, der Entfernung von Zahnstein mithilfe von Laser oder mechanischer Geräte, dem operativen Entfernen des entzündeten Zahnfleisches bzw. der Öffnung von Zahnfleischtaschen sowie der Gabe von Antibiotika. Zudem ist der Patient aufgefordert mehrfach täglich eine gründliche Reinigung der Zähne, des Mundraumes und der Zunge auszuführen. Je freier von Bakterien der Mundraum ist, desto besser lässt sich die Entzündung stoppen oder zumindest in Schach halten. Betroffene Patienten sollten sich hier nicht scheuen, sich die entsprechenden Möglichkeiten der Hygiene vom Zahnarzt im Detail erklären zu lassen.

Parodontose ist eine ernst zu nehmende zahnmedizinische Erkrankung, die schnell Kosten in Höhe von 500 bis 1500 EUR pro Behandlung verursacht. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur, wenn die entzündeten Zahnfleischtaschen tiefer als 3,5 mm sind. Dann ist die Krankheit jedoch schon weit fortgeschritten und es werden auch nur Regelleistungen erstattet. Um schon beim Einsetzen der Parodontitis und mit innovativen Methoden arbeiten zu können, empfiehlt sich eine Zahnzusatzversicherung. Denn diese deckt bereits von Anfang an die entstehenden Kosten mit einer Erstattung bis zu 100% ab. So vermeiden Sie, dass Sie abhängig von der gesetzlichen Versicherung sind und auf eine optimale Qualität bei der Leistung zur Parodontose Bekämpfung verzichten müssen.

Sollten Ihnen gar Zähne ausfallen, werden schnell Implantate, Kronen oder Brücken durch Zahnärzte empfohlen, um eine Veränderung des Zahnstandes im Kiefer durch die Lücken zu vermeiden. Ohne ein Implantat mit Krone oder eine Brücke kommt es schnell zur einer solchen Verschiebung im Zahnbett. Bei guter Qualität werden für eine Zahnersatz Leistung (Implantat mit Krone oder Brücke) schnell 2000 EUR fällig. Mehr dazu können Sie auf der Informationsseite zu Zahnersatz lesen.

Fluoridierung der Zähne – ideale Vorsorge

Fluorid ist ein für den Erhalt des Zahnschmelzes wichtiger Bestandteil. Im Rahmen der zahnärztlichen Prophylaxe ist es möglich, die Zähne mit Fluorid zu behandeln und damit widerstandsfähiger zu machen. Eine Fluoridierung der Zähne schützt vor Säuren und anderen den Zahnschmelz angreifenden Substanzen. Die Wahrscheinlichkeit einer kariösen Erkrankung wird damit gesenkt. Besonders nach einem Bleaching ist eine solche Behandlung der Zähne absolut sinnvoll.

Die Kosten für diese Behandlung wird von den meisten Zahntarifen zu 100% gedeckt. Die gesetzliche Krankenkasse kommt nur bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren für diese Vorsorge auf. Diese Maßnahme ist bei Erwachsenen mit Kosten von mindestens 8 EUR pro Zahn je nach verwendetem Präparat verbunden; so summieren sich die Gesamtkosten bei einem intakten Gebiss schnell auf über 250 EUR pro Behandlungstermin auf. Mit einer zusätzlichen Absicherung sparen Sie also viel Geld.

Fissurenversiegelung – Schutz für die Backenzähne

Durch Knirschen, Kauen und den draus entstehenden Verschleiß entstehen auf der Kaufläche der Backenzähne Rillen und Grübchen. Diese werden Fissuren genannt und können bis zu 5 mm tief sein. In diesen Vertiefungen, die mit der Zahnbürste teils schwer zu reinigen sind, sammeln sich Bakterien und werden durch das Kauen darin festgepresst. Diese zahnschädigenden Bakterien führen dann zu Karies auf der Kaufläche. Bei der Fissurenversiegelung werden diese unregelmäßigen Oberflächen sehr gründlich gereinigt, evtl. glatt geschliffen und wenn nötig mit Kunststoff geglättet. Sind die Schäden zu groß geworden, werden Inlays in die betroffenen Zähne eingesetzt. Sparen Sie hier nicht an der Qualität und entscheiden Sie sich für Keramik Inlays. Bei Inlays und anderen teuren Zahnersatzmaßnahmen müssen die Zahnärzte die Kostenschätzung im Heil- und Kostenplan eintragen. Damit können Sie sich dann eine Zusage seitens der privaten Versicherung zur Kostenübernahme geben lassen und danach die Behandlung beginnen.

Die Kosten für die Fissurenversiegelung werden als prophylaktische Zahnbehandlung nur bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre übernommen. Danach hilft nur eine private Versicherung, sich die immensen Kosten für diese Zahnbehandlung bis zu 100% zurückerstatten zu lassen. Pro zu versiegelndem Zahn sollte in etwa ein Betrag von 40 EUR gerechnet werden. Damit entstehen bei 5-10 zu versiegelnden Backenzähnen schnell Kosten von weit über 200 EUR für diese Zahnbehandlung.

Zahnbehandlung – Kosten im Überblick

Nachdem wir Ihnen auf dieser Seite ausführlich die wichtigsten Zahnbehandlungen vorgestellt haben, möchten wir Ihnen noch einen exemplarischen Überblick geben, welche Kosten in einer typischen 3-jährigen Patientenhistorie anfallen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir hier einen anonymisierten Fall verwenden, um Ihnen die Kosten für Zahnbehandlungen darzustellen.

Wo ist die Grenze von Zahnersatz und Zahnbehandlung?

Sobald Sie Zahnersatz benötigen, fällt dies nicht mehr unter das Stichwort Zahnbehandlung. In diesem Fall wird zumeist das Zahnlabor tätig und die Zahnärzte lagern die zahntechnischen Arbeiten aus. Darunter fallen unter anderem ein Implantat, eine Brücke oder Zahnverblendungen durch Veneers aus Keramik. Während meist kein zwang besteht, Zahnbehandlungen (wie Kunststofffüllungen oder Bleaching) im Vorhinein der Zusatzversicherung anzuzeigen, fordern die meisten Versicherungen bei teuren Zahnersatz Leistungen das Vorlegen eines Heil- und Kostenplanes.